Geschichte

 
Geschichte der Pfarrgemeinde Kenzingen

Ein mittelalterliches Dorf namens Kenzingen wird bereits im Jahr 773 im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt. Das Kloster Lorsch hatte damals ausgedehnte Besitzungen im nördlichen Breisgau. Großen Einfluss auf die Entwicklung des Dorfes hatten auch die Klöster Einsiedeln und Andlau. Das ursprüngliche Dorf lag östlich der heutigen Stadt und wurde nach der Gründung der Stadt Kenzingen an der Elz „Altenkenzingen“ genannt. Im Jahr 1249 wurden Kenzingen durch Rudolf II. von Üsenberg die Stadtrechte verliehen.


Nach dem Aussterben der hiesigen Linie der Üsenburger war Kenzingen von 1415 an „Freie Reichsstadt“, danach ein Lehen der Habsburger. Im 30jährigen Krieg wurde die Stadt Kenzingen wiederholt ausgeraubt und schließlich niedergebrannt. Anfang des 19. Jahrhunderts fällt Kenzingen mit der Säkularisiation an das Großherzogtum Baden.

 
Geschichte der Kirche der Pfarrgemeinde Kenzingen

Der Bau der Pfarrkirche wurde kurz nach der Stadtgründung in der Mitte des 13. Jahrhunderts von Rudolf II. von Üsenburg in Auftrag gegeben. Sie wurde errichtet als „Münster unserer Lieben Frau.“ Urkundlich wird sie das erste Mal 1275 erwähnt und um das Jahr 1300 fertiggestellt. Sie ist heute das älteste Gebäude der Stadt.


Seit 1680 ist der Hl. Laurentius Schutzpatron der Kirche und der Pfarrgemeinde. Die Gründe für den Wechsel des Patronats sind unbekannt.
Ursprünglich wurde die Kirche in gotischem Stil als dreischiffige Basilika errichtet. Das Langhaus wurde später zu einer Saalkirche umgebaut und durch zwei Seitenkapellen erweitert. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche barock umgestaltet – um 1900 wurde der Chorraum wieder regotisiert. Teile des barocken Hochaltars sind in den Seitenaltären verarbeitet worden.


Eine besondere Kostbarkeit befindet sich in der nördlichen Seitenkapelle:
Der Ölberg aus dem Jahr 1734 von Johann Christian Wentzinger, der auch die Immaculata über dem Eingang der Kirche geschaffen hat.

Im Stadtgebiet liegt auch die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters, in dem heute ein Seniorenheim untergebracht ist. Das Schiff der Kirche ist heute die evangelische Stadtkirche – der ehemalige Chor ist umgebaut zur katholischen „Spitalkapelle“.